Petrus Camper - berühmter Anatom, Botaniker, Professor der "allgemeinen Weltweisheit" (Philosophie), Mitbegründer der Pockenimpfung, Mitglied der Königlichen Akademie in London, der Akademien der Wissenschaften von Paris und Sankt Petersburg usw. usw. schrieb bereits 1784 eine Abhandlung über "die beste Form der Schuhe".
Dieser Arbeit ging ein Spaß oder Wette voraus - Campers Studenten brachten die Klage vor, sie hätten alle Themen für Übungsschriften verbraucht - es gäbe keine weitern Felder der Betätigung.
Camper nahm den Ball - zunächst aus Spaß - auf und behauptete, daß selbst das Geringste und sei es nur ein Schuh oder Holzschuh, durch die Untersuchungen eines Menschen mit Verstand, einiges an Stoff und Erkenntnis zu bieten hätte. Dieser Wette verdanken wir das interessanteste Werk seiner Zeit über den Fuß und seine Bekleidung.
Camper beklagte bereits vor der französischen Revolution die negativen Auswirkungen der modischen Schuhe und Absätze. Er ging so weit, deren Auswirkungen auf Geburtskomplikationen abzuleiten.
Ein weiterer Kritikpunkt, neben seiner Beobachtung, daß selbst die besten Schuhmacher falsch Maß nehmen würden, waren die noch weit ins 19. Jahrhundert hinein üblichen zweibälligen Leisten.
Die Unsitte, linken und rechten Schuh über die gleiche Form zu fertigen wurde noch 1824 in einem deutschsprachigen Werk über Schuhmacherei bemängelt.
Dort wurde über das damals übliche zweibällige Soldatenschuhwerk geklagt. Man war der Meinung, daß manche militärische Operation wegen des ungenügenden, weil nicht passenden Schuhwerks, missglücken würde. Die Dienstvorschrift, die ein tägliches Umwechseln der beiden Schuhe - links gegen rechts - vorschrieb, wurde als unsinnig im Sinne eines "Nicht-Einlaufenkönnens" der Schuhe getadelt. Immerhin gab es zu loben, daß man auf drei unterschiedliche Schuhgrößen für die Soldaten zurückgreifen konnte.
(Anmerkung: heute gibt es wirklich einbällige Schuhe, sinnvolle Forderungen von Camper, v. Meyer, Thomsen und anderer Vordenker des Schuhwerkes erfüllend und verbessernd, in verschiedenen Weiten, Größen und Formen - über 400 Passformen von Peduform-Konfektionsschuhwerk)
Hermann von Meyer ging über den Schritt zum einbälligen Schuh weiter. Er fand die Verbiegung des Fußes - besonders des ersten Strahls - des großen Zehs - unakzeptabel. Seine Form des Schuhs mit der Orientierung an der Meyerschen Linie, wurde als Anweisung an alle Truppengattungen über das preussische Kriegsministerium erlassen. Es wurden hunderttausende Paare Militärstiefel gefertigt. Es sollte sich aber herausstellen, daß diese Stiefel unbrauchbar waren. So wichtig die unbeeinflusste Sicht eines Wissenschaftlers von außen, gegen eine "betriebsblinde" Betrachtung des Tuns der Schuhmacher ist, so fatal ist ein "Nachbauen" einer Idee, ohne dabei Form, Funktion der Machart und des Material und Veränderung des Schuhwerkes im Tragen zu berücksichtigen.
Trotzdem sind Hermann von Meyers Grundgedanken in mancherlei Hinsicht durchaus richtig. Aber es sind eben die Gedanken eines Theoretikers.
Ich selbst habe mich im Jahre 89 über die herkömmlichen Leisten hergemacht. Mit viel Schuhmacherblut in meinen Adern aber ohne Kenntnis der Untersuchungen Campers oder Meyers habe ich mich aufgrund meiner Verärgerung über das bis dato grausig konzipierte Schuhwerk die alten Formen bzw. Leisten "zerbrochen". Es mußte neu über die richtige Form der Schuhe nachgedacht werden und ich hatte absolut kein Verständnis dafür, daß die herkömmlichen Schuhe stets den großen Zehen aus seiner Achse schob und dem Mittelfuß nicht ausreichend Halt gaben. Es war eine Entwicklung die von einer Idee für Neues, Verärgerung über Herkömmliches, dem - auch wörtlich gesprochenen - Eindruck auf meine Füße und vielen "Try-and-Error"- oder "Try-and-Succeed"-Schritten gewiesen wurde. 1992 kamen die ersten größeren Serien auf den Markt. Diese Schuhe und die Leisten über die diese Schuhe gefertigt worden waren hießen fortan Peduform.
Heute - 16 Jahre rückblickend - haben diese Schuhe wahrhaftig ihren Weg genommen. Tausende von Stammkunden stehen einigen hundert verärgerter Kunden gegenüber - warum? Peduform-Schuhe sind "sharp" - wie ein zufällig am Strand vorbeirennender Jogger, auf die Knie sinkend die Peduform-Schuhe eines Freundes nannte. "Scharf" behauptete schon Hans Sachs, würde er seine Schuhe machen. Wir meinen damit, daß diese Schuhe nicht nur so aussehen, sondern auch so wirken. Die überzeugenden Vorzüge eines scharfen Messers oder Werkzeuges helfen dem geschickten Handwerker - geben ihm überhaupt erst die Möglichkeit, sein Werk zu vollenden. Scharfe Klingen falsch angewandt sind eine potentielle Gefahr. Ähnlich sind unsere Schuhe zu sehen. Wer sie richtig anwendet, wird sicherlich nie einen besseren Schuh getragen haben.
Leider konnten wir bislang keine Händler zu sorgfältiger Schulung und zum Angebot unterschiedlicher Weiten bewegen. Neben kleinen Verkaufsstellen in Moskau und Tokyo, gibt es diese Schuhe vernünftigerweise nur bei Eduard Meier in München.
Es mag verwundern, daß sich - von unseren Peduform-Schuhen abgesehen - der Kunde zwischen Schuhen, die seine ästhetischen Ansprüche erfüllen und sog. Gesundheitsschuhen, deren Anblick an die angeblich besonders gut wirkende, bittere, Medizin erinnern, entscheiden muß. Ich persönlich stelle beiden Schuhwelten kein gutes Zeugnis aus. Diese beiden phantastischen Gebilde aus je 28 Knochen, einer unglaublich komplexen Kombination aus Sehnen, Muskeln, Bändern, Nerven und Gefäßen, sollen uns ein Leben lang durch die Welt tragen. Wir entscheiden im hohen Maße mit, wielange diese Aufgabe von unseren Füßen bewältigt werden kann. Der mobile Mensch ist meist auch ein körperlich und mental gesunder Mensch. Kreislauf, Metabolismus, Unternehmungsgeist und Lebensfreude werden durch das Gut-zu-Fuß-Sein befördert. Wenn man die vielen hängenden Mundwinkel der Menschen, die einem täglich auf der Straße begegnen
Nachstehend ist ein Vergleich zwischen zweibälligen und einbälligen, aber trotzdem falschen Leisten zu sehen. Der Vergleich der v. Meyerschen Leisten mit den Peduform-Schuhen macht die Vorteile dieser Errungenschaft des Leistenbaus deutlich.
Die Beurteilung dieser wirklichen Verbesserung unternahm Prof. Dr. med. Horst Cotta, damaliger Leiter der orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, vor und ist im Folgenden nachzulesen: ->
Diese besonders fußfreundliche
Form von Peduform führt und stützt den Fuß im Bereich zwischen
Sprunggelenk und Ballen. Dabei werden die
Zehen nicht aus ihrer natürlichen Funktion gebogen,
sondern gerade belassen.
Neben dem pflanzlich gegerbten
Innenleben weisen die Schuhe Schockabsorption
der Confosorb-Technologie auf.
Die Umlenkung der Aufprallenergie der Ferse in ein horizontales Auslaufen der Energie verhindert ein Zurückschnellen des Absatzes und eine zweite Belastung des Fußes.
Peduform-Schuhe liefern
wir in Größen von 4 bis 15 und vier unterschiedlichen
Weiten. Führende Orthopäden bekunden, daß
diese Schuhklassiker den Fuß in seinen Funktionen
erkennbar verbessern (siehe auch Prof. Cotta, oben)
Die Wirkung der Peduform-Schuhe wurde in folgendem Kurzfilm festgehalten ->