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Hochwertige Schuhe
und das Hopphopp des Selbstbedienungsladens um die Ecke passen nicht zusammen.
Der ehemalige Hoflieferant der Könige wurde selbst zum König
der Schuhmacher. Und auch die Kundschaft wird königlich behandelt.
Motto: Die Füße - und ein bisschen sich selbst - verwöhnen.
Niemals wird ein Paar Schuhe verkauft, das nicht optimal sitzt. Wer den
Raum betritt, kommt in einer anderen Welt an. Aristokratische Erlesenheit
überzieht das Geschäft, Hektik ist unbekannt. Die Mitarbeiter
sind motiviert und freundlich, ob nun die exklusiven Herrenschuhe Blücher
oder nur eine schwarze Schuhcreme gekauft wird.
Wie beschreitet
ein Betrieb im biblischen Alter von 400 Jahren den Weg ins nächste
Jahrtausend? Neben den berühmten Schuhen werden heute hauseigene
Schuhpflegeprodukte, Jagd- und Fischereizubehör, Hüte, Reisegepäck
und sportlich-klassische Bekleidung angeboten.
Neueste Einführung im Sortiment sind Maßhemden, die wie die
Peduformschuhe durch verschiedene Weiten an die Bedürfnisse und körperlichen
Eigenheiten des Trägers angepasst werden. So steht das kleine Wirtschaftswunder
der Dynastie Meier für das, was möglich ist, wenn sich Tradition
und Evolution in Optimismus miteinander verbinden.
Anerkennung allenthalben ist der Lohn. Arnold Schwarzenegger hat seine
Treter für das geplante Schuhmuseum abgegeben; Tina Turner wurde
zu ihren drei Paar Peduform-Schuhen beraten und die staunende, strumpfsockige
Gloria von Thurn und Taxis in die Kunst des leidenschaftlichen Schuhputzens
eingeführt.
Ed Meier
Innenstadt, Residenzstr. 22
Mo-Fr 10-19, Sa 10-16 Uhr
Tel. 2 90 72 40
MVV: U4, U5 Odeonsplatz
»Der Schuster,
der nicht bei seinen Leisten bleibt«
erschienen
in der münchnerin - Einkaufsführer 2000, Heft 1, S. 132
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Schuhverkäufer haben seit Al Bundys Auftreten weltweit kein großes
Ansehen; aber es gibt welche, die waren schon lange vor ihm da, und keinem
käme es in den Sinn, sich über sie lustig zu machen. Bereits
1596 wird die Schuhmacherei Hans Mayr im Münchner Stadtarchiv verzeichnet.
Seit dieser Eintragung lässt sich die Geschichte des Schuhhauses
und der Familie ohne Unterbrechung bis auf den heutigen Tag verfolgen.
In den 13 Generationen der vierhundert vergangenen Jahre wurden die Mayrs
zu Meiers und schrieben eine der bedeutendsten Firmengeschichten des Landes.
Keine Übertreibung, Ed Meier ist Kult. Der Name wird respektvoll
in einem Atemzug mit Chanel und Prada gehaucht. Noch ist kein Ende dieses
Siegeszuges, ja nicht einmal ernsthafte Konkurrenz in Sicht. Meier hat
es geschafft, sein Produkt so exklusiv zu vermarkten, dass ein internationales
Statussymbol daraus wurde. Wie hat die Dynastie Meier überlebt inmitten
von Billigstimporten aus der Dritten Welt, an jeder Ecke zu Schleuderpreisen
angeboten, eilig gekauft und am Ende der Saison kaputt und ab in den Müll?
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Obwohl sich die Maßanfertigung für uns nicht rechnet,
bieten wir sie weiter an. Das muss sein, erklärt Peter Eduard
Meier, Spross der Familiendynastie. Jährlich werden 300 Kunden mit
individuell angefertigen Schuhen beliefert. Diese gepaarten Meisterwerke
sind auf Leisten gefertigt, hand- und (auf Wunsch) zwiegenäht. Das
Innen- und Außenleder wird ohne jede chemische Behandlung gegerbt
und verarbeitet. Ein solches Meisterduo kostet ca. 3.600 Mark. Wer bei
diesem Betrag schluckt, sich aber immer noch optimales Schuhwerk wünscht,
das greift und stützt und passt, sei auf die patentgeschützte
Alternative des Hauses verwiesen. Den exklusiven Maßschuhen am nächsten
kommen die von Peter Eduard Meier eingeführten Peduform-Schuhe. Wir
können 99,5 Prozent aller Füße glücklich machen",
verspricht er. Durch Leisten in jeder Größe und vier verschiedenen
Weiten in einer asymmetrischen, anatomisch bedingten Form kann die optimale
Fußverpackung gefunden werden. Der Luxus kostet nur noch ein Viertel
und passt wie angegossen.
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