Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Direktor Prof. Dr. H. Cotta

Sehr geehrter Herr Meier,

Sie haben einen neuen asymmetrischen Peduform-Leisten entwickelt, nach dem eine neue Schuhform gefertigt wurde. Nachdem ich diesen Schuh mehrere Monate getragen habe, möchte ich als Orthopäde meine Stellungnahme dazu abgeben.

Zunächst muß festgestellt werden, daß der neue asymmetrische Leisten sich der anatomischen Form des Fußes besser anpaßt als der bisherige normale Konfektionsschuh. Bei der biomechanischen Analyse der Fußstellung im konventionellem Schuh konnte festgestellt werden, daß Fehlstellungen der Fuß- und der Zehengelenke - vor allem des Großzehengrundgelenkes - verstärkt werden können.

Biomechanische Studien der Gelenkfunktion haben ergeben, daß Fehlstellungen der Gelenke sowohl die Durchblutung und damit die Versorgung der wichtigen Gelenkanteile - beispielsweise des Knorpels - vermindern. Dadurch können frühzeitige Verschleißprozesse entstehen. Vorzeitige degenerative Veränderungen führen zu Schmerzen, Schwellungen und Belastungsproblemen.

Seit Jahrzehnten bemüht sich die schuhherstellende Industrie, gemeinsam mit Orthopäden, Wege zur Verbesserung zu finden. Berücksichtigt man, daß das Körpergewicht eines Menschen im Stand und in der Bewegung auf umseren Füßen ruht und die Belastung der Beingelenke (Sprung-, Knie-, Hüftgelenk) sowie auch der Wirbelsäule von der Form und von der Funktion des Fußes in hohem Maße abhängig ist, so sind unsere Bestrebungen, einen ungestörten kinetischen Bewegungsablauf zu gewährleisten, verständlich.




Der neue asymmetrische Leisten kommt diesen Bestrebungen deutlich näher. Durch die verbesserte Großzehenlinie, sowie durch eine verbesserte Taillierung des Mittelfußes, werden die Mittel-, Vorfuß- und Zehengelenke in eine anatomisch gerechte Form gebracht, die vor allem dem Fuß mehr Halt und Stabilität gibt. Der neue Leisten verjüngt sich asymmetrisch peripherwärts und wird somit länger und schlanker. Dadurch wird den Zehen beim Abrollvorgang des Fußes mehr Raum im Schuh gewährt und eine konsekutive Fehlstellung der Zehen vermieden.

Hinzukommt die erfahrungsgemäß richtige Absatzhöhe von 1,5 cm, sowie eine zwischen den Sohlen eingearbeitete Korkschicht, die nicht nur isoliert, sondern die sich auch durch Wärme und Körpergewicht der Form der Fußsohle plastisch anpaßt.

Zusammenfassend kann orthopädischerseits festgestellt werden, daß durch den asymmetrischen Leisten die Fußstellung sowohl vom der Form her, als auch bei der Funktion deutlich verbessert werden konnte. Einmal werden die physiologischen Gewölbe des Fußes besser unterstützt, dadurch werden die Sehnen und Muskeln des Fußes richtig tonisiert, besser durchblutet und können sich in der Entlastungsphase rascher entspannen. Ebenso wichtig ist die im asymmetrischen Leisten verbesserte Gelenkstellung im Mittel-, Vorfuß- und Zehenbereich. Damit können besonders während der Belastung Durchblutung, Stoffwechselvorgänge und Ernährung der am Gelenk beteiligten Gewebe erhalten und gefördert werden.

Es steht eindeutig fest, daß durch die Entwicklung des asymmetrischen Peduform-Leistens der Firma Eduard Meier, eine Verbesserung der funktionellen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des Fußes im Schuh erreicht werden konnte.

Mit den besten Grüßen
Prof. Dr. med. H. Cotta
Direktor der Klinik

Heidelberg, 8. April 1994


« mehr zum Thema Peduform

« zum Archiv