Ed/Meiers Art

Am 29. Mai 2008 fand bei Sotheby´s München die von Ed/Meiers Art veranlasste Benefizauktion von 14 Arbeiten aus Peter Wittmanns Werkzyklus "Blüten und Früchte" zugunsten der gemeinnützigen Stiftung Lichtblick Hasenbergl statt. Peter Wittmann (www.PeterWittmann.eu) hatte zu diesem Zweck 7 Skizzen geschenkt und uns beim Erwerb der anderen Arbeiten für die Stiftung sehr geholfen. Hierfür möchten wir uns sehr bei ihm bedanken - ohne Peter Wittmanns Hilfe hätten wir diese Auktion nicht durchführen können. Das Haus Sotheby´s hat dankenswerterweise die Auktion ohne Aufgeld durchgeführt. Da alle Kosten der Veranstaltung durch unser Haus und die Erstellung des Kataloges überwiegend mit der Hilfe großzügiger Sponsoren ermöglicht wurde, kann der Gesamterlös der Auktion nach Abzug der 7prozentigen Mehrwertsteuer der Stiftung zur Verfügung gestellt werden.

Die Stiftung Lichtblick hat sich zur Aufgabe gemacht, die Einrichtung Lichtblick Hasenbergl (www.Lichtblick-Hasenberg.de)langfristig finanziell zu sichern.

An dieser Stelle bedanken wir uns sehr herzlich für die Hilfe der Sponsoren:

Joachim Koppelberg - Konzeption und Koordination (koppelberg§web.de)

Designstudio Sonner & Vallée - Gestaltung Kataloge, Plakat und Werbematerial (www.sonnervallee.de)

Druckerei Vogl GmbH & Co KG - Druck und buchbinderische Verarbeitung (www.druckerei­vogl.de),

Stefanie Graul - Photos (sgraul§arcor.de)

Colourpoint Juürgen Rieger - Lithos (colour.jr§t-­online.de)

Werner Murrer Rahmen - Rahmung der Skizzen (www.murrerrahmen.de)

Silke Janßen, mediale Hilfe (sylkejanssen§gmx.de)

Natalie Peikert - Redaktion und Lektorat (nataliepeikert§web.de)

14 Arbeiten von Peter Wittmann für die Stiftung Lichtblick - warum spendet ein Unternehmen wie Eduard Meier Kunst?

Unser Familienunternehmen Eduard Meier fand im Jubiläumsjahr 1996 zu einem Kunstprojekt, welches einen unformulierten Leitgedanken vieler Familienunternehmen widerspiegelt: »Versuche, mit den Dir gegebenen Mitteln für Deine Umgebung einen Beitrag zu leisten und richte auch daran Dein unternehmerisches Handeln und die Art Deiner Produkte aus.«

Der Mauerkünstler Kiddy Citny, weltbekannt wegen der zu Rekordpreisen versteigerten, von ihm bemalten Segmente der Berliner Mauer wurde dazu mit einem Projekt in München betraut. Am Münchner Odeonsplatz wurde über einen Zeitraum von mehreren Wochen eine Litfaßsäule täglich mit einem Originalkunstwerk versehen – mit insgesamt 15 Werken war die Säule vollendet und die einzelnen Werke wurden zugunsten der sozialen Einrichtungen Münchner Tafel und Sozialdienst katholischer Frauen versteigert.

Mit dieser Initiative gelang uns das erste Mal, was über Jahre ein Charakteristikum für Ed / Meiers Art wurde: Winx-Situationen zu schaffen (sprich »Win hoch x« – also das Profitieren aller Beteiligten vom eigenen und gegenseitigen Handeln ohne Verlierer). Der Initiator hatte einen erfreulichen PR-Nutzen, das Münchner Publikum wurde unterhalten und erfreute sich an einer unüblichen Aktion, die Münchner Presse hatte ein Thema, welches ihr über Wochen Inhalte für positive Berichte gab, der Künstler hatte ein Forum, sich zu präsentieren, der Ersteigerer erwarb nicht nur sein Kunstwerk – das Werk hatte eine besondere, von seinem neuen Besitzer miterlebte Geschichte –, das Bild war einer großen Öffentlichkeit bekannt und hatte einen großen Wiedererkennungswert, und den bedachten Benefizeinrichtungen floss der komplette Erlös aus dem Verkauf der Bilder zu.

Natürlich konnten wir nicht laufend mit den Aktionen von Ed / Meiers Art derart multiple Effekte generieren. Doch sind vielen Münchnern noch mindestens drei wirkliche Highlights unserer Aktionen in Erinnerung: Greetings from Paradise von Mathias Kessler, Alex Kellas und Frankie Maier: Sechs Tage lang wurden Passanten im U-Bahnhof Odeonsplatz mit Blumen geschmückt und im eigens errichteten Fotostudio portraitiert. Die Fotos wurden vor Ort bearbeitet, als Poster ausgedruckt und als Postkarten den Portaitierten geschenkt. Dabei hatte nicht nur eine sehr interessante und unterhaltsame Aktion zeitweise die Attraktivität des öffentlichen Raumes verändert; es entstanden auch beeindruckende psychologische Effekte in der Interaktion des Portraitierten mit dem ihn schmückenden Stylisten und der anschließenden Portraitarbeit. Schüchterne Menschen wie auch aggressiv auftretende Jugendliche bekamen eine neue Sicht ihrer selbst. Unsicherheit, zuvor Auslöser von Hemmungen und Aggressionen, wurde ersetzt durch ein gesundes Selbstbewusstsein. Diese Wirkung wird heute von einer Münchner Psychotherapeutin in ihrer Portraittherapie genutzt.

Zusammen mit dem Haus der Kunst war Ed / Meiers Art Gastgeber von Utopia Station in München. Auf Initiative von Elena Janker von der Child Art Foundation wurden Tausende Werke von Kindern aus 70 Nationen zum Thema Utopie, Hoffnung und Zukunft gesammelt. Vom Designer Enzo Mari wurden einige Werke ausgewählt und in den von ihm gestalteten Ed / Meiers Art-Vitrinen präsentiert. Allein schon die Eröffnungsansprachen der Kinder aus den Vereinigten Staaten, Pakistan und Indien sind uns allen noch lebhaft in Erinnerung.

Als weiteres Beispiel erinnere ich an die Kunstaktion Lichtblick Farbensinn. Die Münchner Künstlergruppe Farbensinn arbeitete auf unsere Initiative über Monate mit den Kindern von Lichtblick Hasenbergl an einem 15 Meter langen Kunstwerk: Jedes Kind hatte die Aufgabe, eine Bildplatte nach eigener Idee als Collage zu gestalten. Dem Kind war nur vorgegeben, sich strikt an die vorher von ihm gewählte Farbe zu halten – in allen anderen Hinsichten konnte es seiner Phantasie freien Lauf lassen. Jede dieser Platten erzählte eine eigene Geschichte, die manchem Tränen der Rührung in die Augen trieb. Zuletzt wurden die einzelnen Werke als Mobilestränge zu einem Gesamtwerk zusammengefügt.

Die Arbeit am eigenen Werk im Umfeld einer Gruppe und das Erlebnis der Zusammenfügung der einzelnen Unikate zu einem größeren, bedeutenden Ganzen war für jedes Kind beeindruckend und verschaffte den Kindern eine wichtige Gruppenerfahrung, aber auch die bedeutende Erfahrung des Flow. Gerade die Absenz des Flow – des Erlebnisses eigenen Tuns und Könnens – macht man heute für die unerfreulichen Entwicklungen öffentlich alimentierter Jugendlicher, denen jede Form konstruktiver Selbsterfahrung fehlt, verantwortlich. Beim Lichtblick schwärmen die Jugendlichen, die als Kinder dabei sein durften, noch jetzt – nach Jahren – von dieser Erfahrung. Die Ausstellung wanderte von den Ed/Meiers Art-Vitrinen direkt ins Münchner Rathaus und von dort auf die Bundesgartenschau. Dabei war uns wichtig, dass über das Vehikel des Werkes die enorm wichtige Arbeit von Lichtblick Hasenbergl einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt wurde und damit viele freiwillige Helfer, aber natürlich auch Spender für diese auf Hilfe aus den Reihen der Mitbürger angewiesene Einrichtung gewonnen wurden.

Nun haben wir seit Langem erstmals wieder ein Projekt vorgestellt bekommen, welches die Winx-Effekte nutzt: Von Mitte April bis Ende Mai 2008 bietet die in den Ed/Meiers Art-Vitrinen im UBahnhof Odeonsplatz gezeigte Installation Blüten und Früchte des Regensburger Malers und Gartenkünstlers Peter Wittmann Passanten und Fahrgästen Gelegenheit, aus ihrer Hast heraus kurz zu verweilen, stimmt durch die »Energie des Dargestellten« (Ines Kohl) um und damit auf den Blütenzauber des darübergelegenen Hofgartens ein.

Das Projekt findet seinen Abschluss in der Versteigerung von 14 zu diesem Zweck von Peter Wittmann und Eduard Meier zur Verfügung gestellten Arbeiten aus dem Werkzyklus Blüten und Früchte durch das Auktionshaus Sotheby’s zugunsten der Stiftung Lichtblick Hasenbergl.

Dass hier nicht ein Reinerlös – also Ertrag unter Abzug der Kosten –, sondern der gesamte Erlös der Stiftung Lichtblick Hasenbergl zugute kommt, ist der Verdienst des unentgeltlichen Engagements zahlreicher Sponsoren, denen daher mein Dank gilt. In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei Joachim Koppelberg bedanken, der nicht nur die Idee dieser wunderbaren Aktion entwickelte, sondern mit unermüdlichem Eifer und Akribie die einzelnen Partner zusammenführte und dabei stets sein Drehbuch im Auge behielt.

Zum Abschluss möchte ich den Blick noch einmal auf das Projekt Lichtbick Hasenbergl selbst und seine Mitarbeiter lenken. Durch deren Arbeit wird vielen umfeldbedingt chancenlosen Kindern, deren Lebensweg sonst wohl eine vollkommen andere Richtung genommen hätte, die Aussicht auf eine erfolgreiche schulische Ausbildung und den Einstieg in einen Beruf eröffnet – mit allen Möglichkeiten, ihr Leben selbst zu gestalten und zu bestreiten. Sie erhalten die Gelegenheit, sich zu entfalten, sich aktiv dem Leben zuzuwenden und der bedrückenden Umgebung, aus der sie kommen, zu entwachsen. In dieser Weise Früchte zu tragen ist Ziel unseres gemeinsamen Projekts. Vor diesem Hintergrund erfährt der Titel der Installation Blüten und Früchte eine neue, tiefe Bedeutung.

Peter Eduard Meier

Ed/Meiers Art von Eduard Meier, Hoflieferant















PDF - Katalogteil Teil 1, 2,2 MB

PDF - Werkbeschreibungen, 0,64 MB







-> Übersicht der Projekte von Ed/Meiers Art
-> ich möchte spenden ...
-> die Stiftung Lichtblick Hasenbergl ...